Welche Möglichkeiten hat eine Frau, um sich gegen das „herrklären“ zu wehren?

Welche Möglichkeiten hat eine Frau, um sich gegen das „herrklären“ zu wehren?

Ich sitze in vielen Konferenzen als einzige Frau mit etlichen Männern am (digitalen) Konferenztisch und bin häufig erstaunt, wie die Kerle mit Halbwissen protzen – und wie sehr sich das bei den Chefs verfängt. Fremde Ideen werden vergesellschaftet. Der männliche Humor bleibt mir oft fremd, die Kollegen kennen sich oft schon von ihrer Ausbildung her. Haben Sie einen Tipp, wie ich mit der Situation besser umgehen kann?«?“ (Elke R.)

Sehr geehrte Frau R., leider ist ihr Problem kein Einzelfall und ich habe darüber bereits einen Artikel geschrieben.

Dabei ging es um Frau Dr. M., die mich gebeten hatte, Ihr Mittel in die Hand zu geben, um sich gegen männliche Kollegen zu erwähren, die in fast jedem Meeting mit Halbwissen protzen, was gut von Vorgesetzten angenommen wurde, während eigene dute Ideen von ihr zuerst infrage gestellt wurden, später aber als Eigenerfindung präsentiert wurden.

Mir ging es bei diesem Verwaltungcoaching allerdings weder um das Anprangern von sog. „herrklären“, damit sind Erklärungen eines Mannes gemeint, der davon überzeugt ist, er wisse mehr über eine Sache als die weibliche Person, mit der er spricht, noch um MItleid. Frau Dr. M. ging es um ihre berufliche Situation und die geschilderte Belastung; dies ernst zu nehmen und ihr zu helfen, etwas verändern zu können, war das Ziel.

Um das Ergebnis des Coachings vorwegzunehmen: Am Ende kam Frau Dr. M. zur Erkenntnis, dass sie einmal mit Ihren Kollegen darüber sprechen sollte, wie sie das Ganze empfindet, verbunden mit wertschätzenden Worten, was sie an jedem einzelnen als Besonders wahrnimmt, gefolgt davon, wie sie sich fühlt, wenn sie mir ihren Ideen nicht angenommen wird und dem, was sie sich „von unserer Gruppe“ in Zukunft wünscht. Weiteres Ergebnis des Coachings war die Erkenntnis von Frau M., dass, falls sich langfristig nichts verändert, sie ein anderes Arbeitsumfeld finden sollte, das besser zu ihr und ihren Werten passt.

In diesem Sinne

gez.

Rainer W. Sauer

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